Warum ist anatomisch richtige Arbeit mit dem Pferd so wichtig?

In freier Wildbahn benötigen Pferde Schubkraft aus der Hinterhand, um vor Fressfeinden fliehen zu können. Um als Reitpferd einen Menschen zu tragen, ohne körperlich Schaden davon zu nehmen, muss der Körper und im Speziellen die Muskulatur des Pferdes umgeformt werden. Das Pferd soll lernen, sich in einem positiven Spannungsbogen zu bewegen und die Schubkraft der Hinterhand muss allmählich in Tragkraft umgewandelt werden.
Besondere Rücksicht muss dabei auf Pferde gelegt werden, die von Natur aus „vorderlastig“ sind, eine überbaute Hinterhand haben oder Stellungsfehler aufweisen.

Generell ist es beim Ausbilden eines Pferdes von großer Bedeutung, sich an seinem Körperbau und der Ausprägung der Muskulatur zu orientieren. Man sollte immer
auf sein Pferd hören, es ernst nehmen, wenn es sich bei einzelnen Übungen widersetzt, sich „festmacht“, „blockiert“ oder „davonrennt“. Diese Abwehr- und Ausweichreaktionen sind meistens ein Zeichen von Schmerzen oder Unwohlsein des Pferdes!

Bei meinem Unterricht stehen die Losgelassenheit und das harmonische Miteinander von Reiter und Pferd im Vordergrund. Nur ein psychisch und physisch losgelassenes Pferd kann positive Lernerfahrungen sammeln, seine Muskulatur rhythmisch an- und abspannen und sich dadurch gelenkschonend bewegen.

Um ein Pferd ins Gleichgewicht zu bringen, ist es wichtig, dass auch der
Reiter selbst im Gleichgewicht ist und seine Gelenke bei korrekter Körperspannung locker und frei beweglich sind!

Ziel einer Trainingsstunde sollte immer ein gedehnter, tragfähiger, frei schwingender Rücken, eine gut nach vor geführte Hinterhand, eine frei aus der Schulter bewegliche Vorhand und eine gedehnte Halsoberlinie des Pferdes mit der Nase vor der Senkrechten sein!

DSC04327