Warum macht Pferdephysiotherapie Sinn?

Das Pferd wird als Fluchttier mit einer stark ausgeprägten, komplex zusammenspielenden und fein aufeinander abgestimmten Muskulatur geboren und es muss „das Gerittenwerden“ wie eine „Sportart“ erst erlernen. Um einen Reiter - ohne davon körperlich Schaden zu nehmen - in unterschiedlichen Gangarten tragen zu können, muss die Muskulatur das Pferdes umgeformt werden. Dazu benötigt es sehr viel Zeit und richtiges Training. Leider ist in unserer modernen Welt Zeit gleich Geld. Pferde werden viel zu früh, meist im Teenageralter und viel zu schnell ausgebildet um sie auch gewinnbringend verkaufen zu können.
Die Folgen einer unsachgemäßen Ausbildung sind vielfältig: Es kommt zu einer Überlastung des sich im Wachstum befindlichen Bewegungsapparates, die (Tiefen)Muskulatur kann sich nicht richtig an die geänderten Gleichgewichtsverhältnisse anpassen, die Folgen sind Verspannungen und schlussendlich Blockaden. Die derart verkrampfte Muskulatur verliert ihre Funktion als Stoßdämpfer für Gelenke und Sehnen.
Deshalb ist es besonders wichtig, dass Pferde im Rahmen ihrer Ausbildung regelmäßig physiotherapeutisch betreut werden.

Unsachgemäßes Training kann nicht nur beim jungen Pferd sondern auch bei dessen weiterführender Ausbildung dazu führen, dass es zu Dysbalancen im Bewegungsapparat kommt.

Jedes gerittene und gefahrene Pferd ist demnach als Athlet zu betrachten. In der Humanmedizin ist die Physiotherapie als fester Bestandteil in der Sportlerbetreuung nicht mehr wegzudenken. Im Pferdesport sieht es mittlerweile ähnlich aus, viele Berufs- und Freizeitreiter lassen ihre Pferde von Physiotherapeuten regelmäßig durchchecken.

Physiotherapie unterstützt Pferde sinnvoll in der Rehabilitationsphase.

Unpassende Ausrüstung
kann ebenfalls muskuläre Verspannungen und Einschränkungen des ursprünglichen Bewegungsablaufs bewirken.